
Flora
Die belebte Natur unterliegt einem ständigen Wandel. Die Ursache der letzten großen Veränderung vor 12 tausend Jahren war eine Erwärmung. Damals wurde die Tundrenvegetation der Eiszeit allmählich durch den Wald ersetzt. In dem Adersbacher Felsgebiet wuchs ursprünglich ein Urwald, bestehend aus Buchen, Tannen, Kiefern, Fichten, Bergahornen, Birken und anderen Holzarten. Bis heute findet man in den Felsen rudimentäre Kieferwälder. Die Fichte war früher viel weniger vertreten als heute, sie wuchs besonders in kühlen und feuchten Schluchten. Durch die Forstwirtschaft wurden die Wälder zum größten Teil in wenig stabile Fichtenmonokulten umgeforstet. Die Aufgabe der heutigen Förster ist es, den Anteil von Laubgehölzen zu erhöhen und somit die Stabilität und Beständigkeit wiederherzustellen.
Im Landschaftsschutzgebiet Braunauer Ländchen (CHKO Broumovsko) sind 11 Gedenkbäume erfasst. Einer davon ist die Winterlinde in Ober Adersbach/Horní Adršpach unterhalb des Bauerngehöftes Nr. 31. Man schätzt ihr auf 300-400 Jahre, sie ist 24 m hoch, der Umfang beträgt 670 cm.
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Im Schutzgebiet kommen mehr als 250 Arten von Moosen und etwa 400 Arten von Gefäßpflanzen vor. Auf dem nährstoffarmen Kieseluntergrund wächst eine artenarme Vegetation. Die interessantesten Pflanzenarten gibt es in tief eingeschnittenen Schluchten und Klammen, deren klimatische Verhältnisse höheren Gebirgslagen entsprechen. In den Felsenstädten, an Bächen entlang, entstanden enge blumenreiche Auen mit Gebirgs-Frauenfarn (Athyrium distentifolium). Man kann hier zum Beispiel Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina) oder Zweiblütiges Veilchen (Viola biflora), Alpen-Brandlattich (Homogyne alpina) u.a. blühen sehen. Ein schöner und seltener Vertreter der Torfmoose ist Sumpfporst (Ledum palustre). In Quellgebieten und an Oberflächengewässern kommt stellenweise reichlich Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) vor und am Mettau wurde Hain-Schachtelhalm a (Equisetum pratense) gefunden. Zu den agochoren Pflanzenarten im Schutzgebiet zählen Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) und in der letzten Zeit auch Österreichische Gemswurz (Doronicum austriacum). Am Rande des Schutzgebietes wachsen Gewöhnlicher Fransenenzian, seltener auch einige Arten von Knabenkräutern, Türkenbundlilie und viele andere interessante Pflanzen.
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Moose
Moose sind überwiegend durch die auf den nährstoffarmen sauren Böden wachsenden Arten vertreten. Die interessantesten Arten sind mit den Felsenstädten und tiefen, schmalen Klammen mit einer ausgeprägten Temperaturinversion verbunden. Ähnliche Verhältnisse herrschen auch in mächtigen Steingeröllen. Zahlreiche alpine Moose, die normalerweise in dieser Seehöhe nicht wachsen können, kommen hier auf den hiesigen kühlen Standorten vor. Gerade in den kühlsten schattigen Klammen, wo harte Bedingungen oft die Ausbreitung von Gefäßpflanzen hindern, findet man die merkwürdigsten Moosarten: an Felswänden Bruchblattmoos ( Dicranodontium asperulum ) und Tetradontium repandum , auf dem Boden Haaermützenmoos ( Polytrichum alpinum ), Kupfermoos ( Oligotrichum hercynicum ), Pohlmoos ( Pohlia drummondi ) und Sternmoos ( Rhizomnium pseudopunctatum ).
An einem der Standorte der Krähenbeere (Empetrum sp.) in einer schattigen Schlucht kommt das interessante Mylia-Moos, eine typische Torfpflanze, vor. Als böhmische endemische Moosart gilt Dicranum sendtneri , das ausschließlich in den Adersbacher-Weckelsdorfer Felsenstädten wächst. Eine sehr seltene Moosart ist Halsmoos ( Tayloria tenuis ), das auf faulenden organischen Stoffen wächst, und dessen Vorkommen an diesem Standort nach fast hundert Jahren bestätigt wurde. Im Naturschutzgebiet wachsen 17 Moosarten, die in der „Roten Liste gefährdeter Moosarten“ eingetragen sind.
1964 wurde hier zum ersten Mal das Vorkommen des invasiven Linealblättriges Geradzahnmoos Orthodontium lineare in Tschechien verzeichnet. Dieses Moos stammt aus der Südhalbkugel und wurde in Europa das erste Mal im Jahre 1911 in England gefunden. Von dort aus breitet es sich weiter nach Osten aus. Heute sind ungefähr 140 Standorte in Tschechien bekannt, meistens handelt es sich um Sandsteinfelsgebiete, wo es massenmäßig vorkommt.