Adrspach

Die Natur

Die Adersbacher Felsenstadt/Adršpašské skalní mìsto ist ein malerischer Winkel, der durch sein Majestät und zugleich einfache, natürliche Schönheit schon in der Vergangenheit weltbekannt wurde. Gemeinsam mit der Weckelsdorfer Felsenstadt/Teplické skalní mesto bildet dieses Gebiet das bedeutendste Sandsteinplateau des Politzer Beckens im Braunauer Hügelland. Heute werden beide Felsenstädte als Adersbacher-Weckelsdorfer Felsenstadt bezeichnet und mit ihrer Fläche von 1803,4 ha stellen sie das größte Naturschutzgebiet in der Tschechischen Republik dar. Zum Naturschutzgebiet wurden die Felsenstädte bereits im Jahre 1933 erklärt. Das separate Naturschutzgebiet Holsterberg (Køížový vrch) wurde im Jahre 1956 ausgerufen. Zurzeit ist es als Naturschutzpark ausgewiesen. Seit 1991 sind alle vorgenannten Gebiete ein wichtiger Bestandteil des Landschaftschutzgebietes Braunauer Ländchen CHKO Broumovsko.


Geologische Entwicklung

Das gesamte Gebiet war seit dem Paläozoikum eine tektonische Depression, die durch orogenetische Bewegungen vor etwa 350 Millionen Jahren entstand. Auf dem Boden dieser Depression bildeten sich Seen und Sümpfe, bewachsen mit einer üppigen Vegetation. Die damaligen Flüsse vermurten die Pflanzen und deren Reste mit vielen Geschiebeschichten. Auf diese Weise entstanden die naheliegenden Schwarzkohlelagerstätten. Im jüngeren Mesozoikum, in der Kreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren, wurde das Gebiet erneut überflutet. Auf dem Boden des flachen Meeres lagerten sich mächtige Sandschichten ab. Durch deren Gewicht sowie durch chemische Prozesse entstand ein Paragestein, das sog. Sandstein. Aus Tonsedimenten entstand Kieselmergel. Dieser Prozess der Überflutung und Regression wiederholte sich ein paar Mal und beeinflusste die variable Zusammensetzung und Haltbarkeit der Gesteine..


Durch die Faltung des Böhmischen Massivs im Tertiär ging das Meer endgültig zurück. Das Eigengewicht der mächtigen Schichten der erhobenen Sandsteine zerbrach die Lagen des bisher kompakten Meeresbodens in viele Blöcke. In Spalten und weicheren Schichten wirkte die Erosion. Es kam zur Verwitterung, Lockerung und zum Abtransport des Materials. Es sind nur noch die härtesten Reste des damaligen Meeresbodens erhalten geblieben – die Quadersandsteine. Diese Quadersandsteine bilden heute Dominanten der hiesigen Landschaft: Tafelberge, Plateaus, Felsenstädte. Geologische Verwerfungen und Brüche verlaufen in dem gesamten Gebiet orthogonal: NW-SO und NO-SW.


Die Adersbacher Felsen.

Das felsigste Gebiet des Plateaus liegt nördlich der Wolfsschlucht und umfasst auch ihren kurzen Abschnitt oberhalb des Sees. Die Geländehöhenunterschiede sind groß, Austritte aus den Felsen münden in einer Seehöhe von etwa 500 Metern und die Hochebenen reichen bis in die Höhe von 660 Metern über dem Meeresspiegel. Der höchste Gipfel ist Alter Schlossberg (Starozámecký vrch) mit einer Seehöhe von 671 m. Der höchste von Quadersandsteinen ist die Felsgestalt mit dem poetischen Namen Liebespaar, die talseitige Höhe des Gipfels beträgt ca. 96 m. Durch die Felsenstadt fließen der Felsenbach und der Kressenbach mit zahlreichen Nebenflüssen. In den Adersbacher Felsen befindet sich auch eine der Quellen des Flusses Mettau (Metuje). Darüber hinaus gibt es hier einen künstlichen See, zwei Wasserfälle und einen großen See, der in der ehemaligen Sandgrube entstand.


Der Holsterberg (667m ü. NN)

Der Gipfel ragt in der unmittelbaren Nähe der Adersbacher Felsenstadt hoch empor, zwischen dem Holsterberg und der Felsenstadt erstreckt sich eine Aue. Der Holsterberg ist eigentlich ein isolierter, stark zerbrochener Block einer einst kompakten Tafel. Den Felstorso bilden heute nur noch zwei Bögen der Felsrücken mit beidseitig steilen Hängen sowie ein durch Schluchten getrennter Südzipfel.